1. Studies on the Effects of Radio-Frequency Fields on Conifers 1999 (D. Lerch et al. University of Wuppertal)
  2. Melanoma Incidence and Frequency Modulation (FM) Broadcasting; Cancer trends; Cancer mortality
  3. Experimente mit Hühnerembryonen von A. Varga
  4. Rinderstudie
  5. C. Harte, Mutationsauslösung durch Ultrakurzwellen
  6. C. Harte, Auslösung von Chromosomenmutationen durch Meterwellen

Mutationsauslösung durch Ultrakurzwellen

21.6.1949, von Cornelia Harte, Botanischer Institut der Universität Freiburg

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Mutationsauslösung durch Ultrakurzwellen .pdf, 443,1 KB

"Die aufgetretenen Mutationen und Primäreffekte können keineswegs als Folgen einer Hitzeschädigung aufgefaßt werden."

Aus "Schluß" Seite 8:

Aus diesen Beobachtungen folgt, dass Meterwellen (Lambda = 1,5 m) bei der geringen Feldstärke von 1,5 Volt/m und kurzen Bestrahlungsdauer von 15 Minuten bereits ein starkes mutationsauslösendes Mittel darstellen. Die Behandlung erfolgte mit freier Raumwelle, wodurch im Gegensatz zur Bestrahlung zwischen Elektroden bei der verwendeten Feldstärke eine schädliche Erwärmung des Objektes völlig ausgeschlossen ist. Die aufgetretenen Mutationen und Primäreffekte können also keineswegs als Folgen einer Hitzeschädigung aufgefaßt werden.

Trotzdem die Wirkung von UKW auf Gewebekulturen und Bakterien bereits mehrfach geprüft wurde, meist allerdings einseitig vom medizinischen Standpunkt aus, liegt über ihre mutagene Wirkung bisher nur eine Beobachtung von Krajevoy vor (1936, 1937, zit. nach Tischler1942).

Diese Untersuchung ist bis auf eine kurze Erwähnung bei Tischler (1942) unbeachtet geblieben und wurde uns erst nach Beendigung der Versuche bekannt. Er fand nach Bestrahlung von Pisum- Samen mit einer Wellenlänge von zirka 4 m (Feldstärke unbekannt) nach der Keimung einmal Fragmente und Translokationen in den Wurzelspitzen.

Daß Meterwellen von Lambda = 1,5 m bei der Einwirkung auf Kerne des Wurzelmeristems wachsender Wurzeln ebenfalls Mutationen auslösen, zeigen die Untersuchungen von Brauer an Wurzelspitzen von Vicia Faba (Brauer, 1949). Die Feststellung der mutagenen Wirkung von UKW ist für die Mutationsforschung von besonderer theoretischer Bedeutung, weil sie eine Strahlung darstellen, deren Wirkung wegen ihrer geringen Quanten- energie nur schwer durch Trefferereignisse erklärt werden kann.

Der mutagenen Wirkung der UKW kommt weiterhin eine erhebliche Bedeutung dadurch zu, dass diese Strahlung in der Natur zeitweise in Stärken vorkommt, bei denen die Auslösung von Mutationen erwartet werden muß. Eine eingehendere Diskussion des Problems und die genauere Auswertung des Materials soll im Zusammenhang mit der Veröffentlichung weiterer Untersuchungen über die Wirkung längerer Bestrahlungszeiten* und anderer Intensitäten erfolgen.

Die praktische Bedeutung der Untersuchungen liegt darin, dass bei der stark erweiterten Anwendung von UKW für Rundfunk- und Fernsehsendungen damit zu rechnen ist, dass in der Umgebung der Sendeanlagen die Pflanzen starken Schädigungen ausgesetzt sind, für deren tatsächliches Vorkommen bereits die Beobachtungen über die sogenannten UKW-Schneisen in Wäldern in der Nähe von Richtstrahlantennen und über das Eingehen der Pflanzen in der Nähe von Fernsehsendern vorliegen.

* siehe auch:


Melanoma Incidence and Frequency Modulation (FM) Broadcasting; Cancer trends; Cancer mortality